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Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

UNINOVIS: Europäisches Projekt mit viel Potenzial

Als Hochschulallianz für Data Science gemeinsam die Zukunft gestalten

 © Daria Brovko

International studieren, lehren und forschen - das ist die Idee hinter UNINOVIS. Im Rahmen der europäischen Hochschulallianz arbeiten acht Hochschulen aus ganz Europa eng zusammen, um gemeinsame Studienangebote, Forschungsprojekte und neue Mobilitätsformate zu entwickeln. Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) ist eine davon.

Veröffentlicht am 09.06.2026

Ein internationales Netzwerk aus acht europäischen Hochschulen, die gemeinsame Studienangebote, Forschungsprojekte und Mobilitätsformate vorantreiben: Das steckt hinter UNINOVIS. „Wir können sehr stolz sein, Teil dieses Netzwerks zu sein“, betont Wouter de Regt, Local Coordinator an der THWS. UNINOVIS verfolgt gleich mehrere Ansätze: Neben klassischen Mobilitäten wie Auslandssemester oder Summer Schools stehen auch neue, flexiblere Formate im Fokus. Dazu zählen die Blended Intensive Programmes (BIP). Dabei wird ein Aufenthalt an einer der Partnerhochschulen mit Online-Unterricht kombiniert. Außerdem werden sogenannte Micro Credentials, also kompakte Lerneinheiten mit wenigen ECTS-Punkten, entwickelt und Forschungskooperationen ins Leben gerufen. Zukünftig sind sogar gemeinsame Studiengänge angedacht.

„Wir können sehr stolz sein, Teil dieses Netzwerks zu sein.“ Wouter de Regt
Wouter de Regt präsentiert seine Ideen vor Vertreterinnen und Vertretern.
THWS-Mitarbeiter Wouter de Regt präsentiert seine Ideen vor Vertreterinnen und Vertretern der UNINOVIS-Partner am Kauno kolegija in Litauen (© UNINOVIS/Kauno kolegija)

Somit richtet sich UNINOVIS sowohl an Studierende als auch an Lehrende, Forschende und Mitarbeitende. „Damit dieses Projekt wirklich lebt, braucht es Menschen, die sich aktiv einbringen“, betont de Regt und fügt hinzu: „Die europäische Hochschulallianz bietet dafür viele Anknüpfungspunkte.“

Portraitbild von Wouter de Regt. Er hat kurzes dunkles Haar und trägt eine Brille.
Wouter de Regt, Local Coordinator für UNINOVIS an der THWS, betont das Potenzial der europäischen Hochschulallianz (© Jule Müller)
„Damit dieses Projekt wirklich lebt, braucht es Menschen, die sich aktiv einbringen.“ Wouter de Regt

Koordiniert wird die gesamte Allianz von der Université Sorbonne Paris Nord. Dort arbeitet Alexandra Oliveira als Projektmanagerin. Sie beschreibt das Projekt wie folgt: „Ein Sprungbrett für Möglichkeiten zur Verbesserung von Fähigkeiten, Lehrtätigkeit und akademischen Leistungen.“ UNINOVIS eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln. Dabei gibt es allerdings eine Hürde. „Die größte Herausforderung besteht darin, die Studierenden mit UNINOVIS vertraut zu machen”, erklärt Oliveira und fügt lachend hinzu: „Aber wir arbeiten daran.“

Datenkompetenz als gemeinsames Ziel

UNINOVIS fokussiert sich inhaltlich auf Data Science und digitale Transformation. Dieser Schwerpunkt ist bereits im Namen „UNINOVIS – Data for L.I.F.E.“ verankert. Das Akronym L.I.F.E. steht dabei für Lifelong learning in data, Integrate innovation ecosystems, Fostering green and digital transition und European Excellence in Data Science. Dahinter steckt der Anspruch, Kompetenzen über alle Bildungsphasen hinweg zu fördern, Wissen und Innovationen im Bereich Datenwissenschaften auszutauschen und einen aktiven Beitrag zur grünen und digitalen Transformation zu leisten. Gleichzeitig soll die Expertise europäischer Hochschulen in diesen Bereichen gestärkt und international sichtbar gemacht werden. Somit trägt die Allianz zum Aufbau eines datenkompetenten und nachhaltigen Europas bei.

Portraitbild von Alexandra Oliveira. Sie lächelt in die Kamera. Sie hat lange dunkelbraune Haafre und trägt eine runde Brille.
Alexandra Oliveira ist Projektmanagerin für UNINOVIS an der Université Sorbonne Paris Nord (© privat)

Innerhalb von UNINOVIS gibt es klar definierte Arbeitspakete, die auf die Hochschulen verteilt sind. Jeder Partner koordiniert ein solches Paket, die THWS ist dabei für den Bereich „Lebenslanges Lernen“ zuständig. Das vierköpfige UNINOVIS-Kernteam an der THWS wird dabei von zahlreichen weiteren Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen der Hochschule unterstützt. „Ohne diese breite Unterstützung innerhalb der THWS wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht umsetzbar“, betont de Regt und spricht von der „UNINOVIS-Family“.

Teamarbeit auf allen Ebenen

Die enge Zusammenarbeit ist auch für die sogenannten Exzellenz-Hubs entscheidend. Dort bündeln Forschende, Lehrende und Studierende ihr Know-how, um gemeinsam an zentralen Zukunftsthemen zu arbeiten. Der UNINOVIS-Schwerpunkt Datenwissenschaften spiegelt sich auch im Exzellenz-Hub „Künstliche Intelligenz und Robotik“ wider. Dort bringt die THWS mit dem Center für Künstliche Intelligenz und dem Center für Robotik ihre Stärken ein.

Der Wettbewerb um die europäischen Hochschulallianzen ist groß. „Die THWS befindet sich hier in einem engen, sehr elitären Kreis“, sagt Wouter de Regt. Europaweit gibt es nur 65 solcher Allianzen. Die THWS hat sich mehrfach beworben: 2019, 2022 und 2023 – jeweils ohne Zuschlag, dafür mit wertvollem Feedback zu den Anträgen. Somit ist das aktuelle Projekt das Ergebnis eines intensiven Lernprozesses und gleichzeitig ein Qualitätsmerkmal für erfolgreiche internationale Arbeit.

Personen befinden sich rund um einen Tisch. Auf dem Tisch liegt ein großes Blatt Papier und ene Frau beschreibt mit einem Stift das Papier.
Europäische Zusammenarbeit vor Ort: Der UNINOVIS-Workshop in Würzburg brachte die Partnerhochschulen zum persönlichen Austausch zusammen (© THWS/Helene Lüpfert)

Europaweit voneinander lernen

Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt, startete 2025 und läuft bis 2028. In dieser Zeit sollen Strukturen aufgebaut, Angebote entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen den Partnerhochschulen nachhaltig etabliert werden. Das erste Jahr stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. Ein zentraler Punkt dabei ist das gegenseitige Verständnis: Welche fachlichen Schwerpunkte setzen die Partner? Wie sind ihre Strukturen organisiert? Und wie „ticken“ die jeweiligen Hochschulen? Ziel ist es, herauszufinden, wo und wie Mobilitäten, gemeinsame Lehrformate oder Forschungskooperationen sinnvoll umgesetzt werden können.

Für Alexandra Oliveira steht bei UNINOVIS vor allem der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt: „Die Idee ist, eine Gemeinschaft zu schaffen.“ Dabei geht es darum, Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Disziplinen und Hochschulsystemen zusammenzubringen: „Wir lernen alle voneinander, wir kommen zusammen und sind dadurch besser, als wenn wir alleine wären.“ Dabei ergänzen sich die unterschiedlichen Arbeitskulturen innerhalb der Allianz. Oliveira beschreibt die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern positiv: „Deutschland ist sehr effizient, sehr direkt – was schön ist.“ Gleichzeitig erfordert die internationale Zusammenarbeit ein hohes Maß an Abstimmung, wie de Regt betont: „Es gibt nie eine perfekte Lösung, daher ist das offene und transparente Gespräch sehr wichtig. Ein Projekt ist fast immer aus Kompromissen gemacht, ohne geht es nicht.“

„Wir lernen alle voneinander.“ Alexandra Oliveira

Ein Projekt mit viel Potenzial

Wouter de Regt hat bereits an zahlreichen internationalen Projekten mitgearbeitet, doch UNINOVIS ist bisher das größte. Die Anzahl der beteiligten Partner sowie die Vielzahl der geplanten Aktivitäten und Ziele machen es so außergewöhnlich. Besonders spannend findet er dabei den intensiven Austausch mit den Partnerhochschulen. Ihm gefällt auch, dass durch solche Projekte vorhandene Expertise sichtbar gemacht, gebündelt und gezielt eingesetzt werden kann. „Ich glaube fest daran, dass UNINOVIS eine riesige Chance für unsere Hochschule ist. Es hat viel Potenzial, aber diese zu nutzen, ist natürlich eine große Herausforderung.“

„UNINOVIS ist eine riesige Chance für unsere Hochschule.“ Wouter de Regt
Menschen schauen auf ein Clip-Board mit Inhalten.
Gemeinsame Arbeit in internationalen Teams: Beim UNINOVIS-Workshop in Würzburg standen Konzepte für lebenslanges Lernen im Fokus (© THWS/Helene Lüpfert)

Ziel ist es, langfristige Strategien und Konzepte für Forschung und Lehre zu entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen den Partnern deutlich auszubauen. „Was wir erreichen wollen, ist, dass wir uns als eine europäische Hochschule verstehen und sehen“, fasst de Regt zusammen. Dazu gehört auch, dass die Mobilitäten von Studierenden, Lehrenden und Forschenden reibungslos ablaufen. Im nächsten Schritt geht es nun darum, verschiedene Veranstaltungen, Forschungsprojekte und Programme zu etablieren. „Wir wollen allen, die sich für die Allianz interessieren, die Möglichkeit geben, aktiv mitzuwirken“, erklärt de Regt und hofft auf eine hohe Beteiligung.

Ein Artikel von
Jule Müller