Dr. Gunther Schunk ist Vorstandsvorsitzender der in Würzburg ansässigen Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, die eng mit der THWS zusammenarbeitet. Die Stiftung unterstützt beispielsweise zwei Stiftungsprofessuren an der Hochschule: im Masterstudiengang Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation sowie im Bachelorstudiengang Digitale Gesellschaft. Außerdem fördert die Vogel Stiftung wissenschaftliche Forschungsprojekte der Hochschule, z. B. „Wübota“ zur Erforschung humanoider Robotik. Dr. Gunther Schunk, der in der Region bestens vernetzt ist, ist seit 2017 als Dozent an der THWS tätig und erhielt im September 2026 eine Honorarprofessur.
Veröffentlicht am 05.10.2026
Herzlichen Glückwunsch zur Honorarprofessur, Herr Dr. Schunk. Was bedeutet es Ihnen eine Honorarprofessur verliehen zu bekommen?
Grundsätzlich ist eine Honorarprofessur eine Auszeichnung einer Hochschule für einen Menschen, der sich um die Hochschule auf verschiedenste Weise verdient gemacht hat und gleichzeitig in der Lehre aktiv ist. Ich habe also selbst Vorlesungen gehalten im Bachelorstudiengang Medienmanagement und tue das aktuell im Masterstudiengang Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation. Gleichzeitig war es mir als Kommunikationsverantwortlicher bei der Vogel Communications Group aber auch immer wichtig, Studierenden einen Praxiseinblick in die Unternehmenswelt zu geben: Mit Hilfe von kostenfreien Teilnahmen bei Medien-, Marketing- oder Kommunikationsveranstaltungen von Vogel können sie hoffentlich herausfinden, was sie später einmal machen möchten. Ich unterstütze die THWS also vor allem auch von außen als Partner und versuche ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, weshalb man sich dazu entschieden hat mir diese Honorarprofessur zu verleihen. Das hat mich sehr geehrt.
Was ist Ihre Aufgabe in der Vogel Stiftung?
Die Vogel Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Bildung und Gesundheitswesen zu fördern. Natürlich soll das immer ganz im Sinne ihres Gründers Dr. Kurt Eckernkamp geschehen, der die Stiftung im Jahr 2000 gemeinsam mit seiner Frau ins Leben gerufen hat. Ich habe sehr viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet und bin daher stark an der inhaltlichen Auswahl der Förderprojekte beteiligt. Junge Menschen zu fördern, die tüfteln, forschen und neugierig sind, das war ihm immer besonders wichtig.
Sie waren selbst als Journalist, im Bereich Fachmedien und in der Kommunikationsbranche tätig. Was macht diese Arbeit für Sie so spannend?
Journalismus ist natürlich nur ein Teil von Kommunikation, aber ein sehr wichtiger. Man muss Dinge gut recherchieren, um sie fundiert und sprachlich so rüberzubringen, damit andere etwas damit anfangen können. Während Publikumsjournalismus aber sehr allgemein ist und eine breite Masse der Gesellschaft ansprechen soll, hilft Fachjournalismus ganz konkret den beruflichen Alltag von Menschen zu verbessern. Dabei kann durch verständliche fachjournalistische Beiträge in spezifischen Branchen und Berufsfeldern direkt ein Mehrwert geleistet werden.
Was begeistert Sie an Kommunikation?
Kommunikation ist das wunderbarste Instrument, das wir Menschen als soziale Wesen bekommen haben. Wir können mit anderen Menschen durch Sprache und Kommunikation Dinge erfassen und gestalten. Sprache bedeutet Handeln und das wiederum gibt einem eine gewisse Verantwortung als Mensch. Gleichzeitig ist es nicht nur etwas Sachliches, sondern Kommunikation ist auch emotional. Da fängt der Spaß dann so richtig an.
Spaß an Kommunikation, was bedeutet das für Sie?
Ich glaube wir kommen immer mehr in eine Zeit, in der wir mehr Spaß an Dingen haben müssen, mit denen wir uns täglich beschäftigen. Nur so können wir auch kreativ werden. Das meint auch den beruflichen Kontext. Also sollte ich, wenn ich ernsthaft als Kommunikationschef eines Unternehmens kommuniziere, auch Spaß an der Sprache selbst haben. Deshalb mache ich zum Beispiel auch beim Science Slam mit, wo wir wissenschaftliche Themen sprachlich spannend aufbereiten oder habe auch Asterix-Übersetzungen auf meefränggisch geschrieben. Sprache und Kommunikation machen eben auch einfach Spaß.
Von der Teilnahme beim Science Slam bis hin zur Gründung eines Kultur-Clubs oder Ihrer Arbeit bei der Würzburg AG, Sie sind sehr vernetzt in der Region.
Ich habe mir über die Jahre in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ein Netzwerk in der Region aufgebaut. Damit kommt meines Erachtens aber auch immer Verantwortung, dieses Netzwerk für gute Dinge einzusetzen. Das ist ein großes Privileg, meine erlernten Kompetenzen und gewonnenen Kontakte für Dinge einzusetzen, an denen ich selbst auch Spaß habe. Durch Vernetzung entsteht immer ein Mehrwert.
Was gefällt Ihnen an der Region Würzburg so gut?
Auch wenn ich ursprünglich aus Oberfranken komme, sind die Regionen doch sehr unterschiedlich. Das Coburger Land ist evangelisch, kulturhistorisch thüringisch, während Würzburg eine katholisch-klerikal-konservative Stadt war, als ich 1987 hierher kam. Dort trinkt man Bier, hier trinkt man Wein. Vieles ist ganz, ganz anders. Und dennoch ist Würzburg meine Heimat geworden, weil es einfach sehr lebenswert ist und dazu noch der geografische Mittelpunkt Europas. Außerdem habe ich Spaß daran gefunden, diese Heimat auch ein wenig mitzugestalten.
Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Zum einen freue ich mich mit dem neuen Titel der Honorarprofessur zukünftig die THWS noch besser mitzugestalten. Von außen habe ich da vielleicht auch nochmal einen anderen Blick drauf, denn mir ist gerade das Angewandte wichtig - also da zu unterstützen, worauf es wirklich im Leben ankommt. Vor allem freue ich mich auch das Bundesfinale von „Jugend forscht“ im kommenden Jahr mit der Vogel Stiftung im Vogel Convention Center auszurichten. Das lenkt den Fokus darauf, dass wir zeigen können, was für eine starke Bildungs- und Wissenschaftsregion wir hier in Würzburg sind.
Über Dr. Gunther Schunk
Dr. Gunther Schunk studierte Linguistik und Politikwissenschaften in Würzburg und Oneonta (New York). Seit 1999 ist er in der Vogel-Unternehmensgruppe beschäftigt und war bis 2007 auch als freier Mitarbeiter bei der Main-Post Würzburg tätig. Zuletzt war er bis Juni 2026 Director Public Relations bei der Vogel Communications Group. Seit 2007 arbeitet Dr. Gunther Schunk für die Vogel Stiftung und ist seit Anfang 2020 deren Vorstandsvorsitzender.
Über die Vogel Stiftung
Die Vogel Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Würzburger Verleger Dr. Kurt Eckernkamp und seiner Frau Nina Eckernkamp-Vogel gegründet. Im Mittelpunkt des Handelns der Stiftung steht die Unterstützung gemeinnütziger Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Gesundheitswesen. Die Stiftung erreicht mittlerweile ein Jahresspendenvolumen von über einer Million Euro. Seit 2008 arbeitet die Vogel Stiftung mit der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt zusammen und startete die Stiftungsprofessur „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“ sowie im Jahr 2023 „Digitale Ethik und Medienrecht“ im Studiengang Digitale Gesellschaft.
Weiterführende Links:
Dieses Interview führte eine Masterstudentin des Studiengangs Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation.




