×
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

FWI: Eine internationale Fakultät mit Zukunftsblick

Innovativ, interdisziplinär, international: Diesen Anspruch an sich selbst nimmt die Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen sehr ernst

 © THWS/Simone Friese

Internationale Lehre, innovative Kooperationen, interdisziplinäre Studiengänge - die Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen der THWS stellt sich seit jeher breit auf. Was die Studierenden an der Fakultät besonders schätzen: Die Praxisnähe. Das Studium auf Englisch - mit TWIN-Zertifikat-Option. Und die Freiheit, durch breit gefächerte Studieninhalte frei in Zukunftsentscheidungen zu bleiben.

Veröffentlicht am 10.09.2026

Wer sich mit der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen der Technischen Hochschule Würzburg Schweinfurt (THWS) befasst, merkt schnell: Hier wird über den Tellerrand geschaut. Das Übergreifende zieht sich durch. In jedem Bereich wird weitergedacht, der Horizont konstant erweitert. Dies wird unterstrichen durch die Entwicklungen seit einem guten Jahrzehnt.

Die FWI ebnet den Weg für Studierende aus der ganzen Welt

Eine wichtige Rolle spielt dabei der internationale Lehr-Ansatz: Vor mehr als einem Jahrzehnt hat die FWI begonnen, ihr Angebot an Bachelorstudiengängen zu spiegeln - alles gibt es nun auch auf Englisch. Die Module der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Logistik werden seitdem inhaltsgleich im englischen Pendant, also im zugehörigen Zwillingsstudiengang, gelehrt; diese tragen somit die Titel Business and Engineering und Logistics. Wer sowohl in der englischen wie auch der deutschen Sprache C1-Niveau vorweisen kann und ein interkulturelles Modul belegt, kann sogar ein TWIN-Zertifikat erhalten - und damit zukünftigen Arbeitgebern zeigen, dass man im Studium auf internationaler Ebene gearbeitet und mehrsprachig kommuniziert und gelernt hat.

Studierende spielen im Innenhof eine Schachpartie mit großen Schachfiguren.
© THWS/Simone Friese

Es war viel organisatorischer Aufwand, alle Unterlagen, Formulare und Studieninhalte auf Englisch umzusetzen. Seit den Anfängen im Jahr 2014 ist allerdings so einiges passiert: „Elf Jahre ist schon eine ganz schön lange Zeit. Wenn ich an die Anfänge zurückdenke, haben wir erstmal gekämpft damit, dass wir alles übersetzt bekommen und uns an die englische Kommunikation gewöhnen - mittlerweile ist das alles für uns eine Selbstverständlichkeit. Die gesamte Kommunikation und Lehre der Fakultät findet nun sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch statt“, berichtet Prof. Dr. Peter Meyer, Dekan der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen. Der Aufwand hat sich aber gelohnt. „Wir waren die Pioniere als wir anfingen, mit Wirtschaftsingenieurwesen und Logistik Studiengänge auch auf Englisch anzubieten. Es folgten dann viele andere Fakultäten, die englische Zwillinge eingerichtet haben. In Schweinfurt kamen Mechatronics, Robotics, Applied Mathematics und Mechanical Engineering dazu, und unser Modell war die Grundlage dafür“, sagt Prof. Dr. Meyer.

Dekan Prof. Dr. Peter Meyer hält einen Vortrag.
Dekan Prof. Dr. Peter Meyer (© Stefan Bausewein)
"Wir waren die Pioniere als wir anfingen, mit Wirtschaftsingenieurwesen und Logistik Studiengänge auch auf Englisch anzubieten." – Zitat von Prof. Dr. Peter Meyer

Es ist der wegweisende Richtungswechsel gewesen, der internationalen Studierenden aus der ganzen Welt den Gang an die THWS und zur FWI ebnet. Momentan verzeichnet die Fakultät rund 1.500 Studierende, von denen mehr als die Hälfte aus dem internationalen Raum kommen - aus rund 80 Ländern weltweit, um genau zu sein. Die meisten davon aus Indien, was auch an den sogenannten Vorbereitungsklassen, z. B. am indischen RV College of Engineering, liegt (mehr zu den Vorbereitungsklassen bald in Fokus Orange).

Inside FWI: interdisziplinäre Modulpläne und fakultätsübergreifende Praxisprojekte

Ein Student des RV College, der daran teilgenommen hat, ist Shaunak Bhave. Er ist in den letzten Zügen seines Business-and-Engineering-Studiums und hat vor einigen Jahren die Initiative ergriffen, nach Deutschland zu gehen. Er weiß auch um den interdisziplinäre Modulplan an der FWI: „Ich mache nie bloß Kurse in Ingenieurwesen, sondern immer auch für Wirtschaft. In unseren Projekten arbeiten wir mit vielen verschiedenen Berufsgruppen zusammen. Nach dem Abschluss kann man ins Finanzwesen, in den Vertrieb, ins Marketing oder eben ins Ingenieurwesen“, erzählt Shaunak Bhave. „Das mag ich am liebsten: Ich kann in meinem Studium weiter herausfinden, was für mich am besten funktioniert und was die Zukunft für mich bringt.“

Portraitbild von Student Shaunak Bhave.
Student Shaunak Bhave (© Shaunak Bhave)
"Ich kann in meinem Studium weiter herausfinden, was für mich am besten funktioniert und was die Zukunft für mich bringt." – Zitat von Shaunak Bhave

Geht es um praktische Anwendung, kommt ein weiteres ein typisches Merkmal der Fakultät zum Tragen. Dekan Prof. Dr. Meyer erklärt: „Bei uns steht Praxisbezug im Vordergrund. Deshalb kooperieren wir mit vielen Unternehmen, regional und überregional.“ Diese Impulse von außen fließen in Form von Gastvorträgen oder auch durch externe Lehrbeauftragte in die Lehre mit ein, genauso wie durch Veranstaltungen mit Aufgabenstellungen aus der Praxis. „Im sogenannten Projektseminar beziehungsweise Praxisprojekt bearbeiten Studierendengruppen eine Fragestellung aus der Praxis und präsentieren am Ende des Semesters ihre Resultate“, erläutert Prof. Dr. Meyer. 

„Bei uns steht Praxisbezug im Vordergrund. Deshalb kooperieren wir mit vielen Unternehmen, regional und überregional.“ – Zitat von Dekan Prof. Dr. Meyer

Die FWI kooperiert aber nicht nur nach außen hin mit relevanten Partnern - auch durch eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Fakultäten in Schweinfurt können Lehrveranstaltungen aus Bereichen wie Elektrotechnik, Maschinenbau und angewandte Natur- und Geisteswissenschaften importiert werden. „Zudem entstehen durch diese Kooperationen auch interdisziplinäre Lehrveranstaltungen“, sagt der Dekan. „Im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen denke ich da vor allem ans Entwicklungsprojekt zusammen mit der Fakultät Maschinenbau. Hierbei arbeiten Studierende aus beiden Fakultäten gemeinsam an der Entwicklung eines Produktes über ein Semester hinweg.“

Initiativen für das Miteinander

In den Modulen und Projekten lernte Shaunak Bhave seine jetzigen Freunde kennen. Und auch ein anderes Event, das er regelmäßig besucht, hielt schon interessante Begegnungen für ihn bereit: Die FWI organisiert regelmäßig die Board-Games-Night in Schweinfurt, um die Studierenden am Standort besser zu vernetzen. Und sogar hier kommen manchmal auch Gäste aus lokalen, größeren Firmen wie ZF, SKF oder Schaeffler Technologies AG & Co. KG vorbei.

Die Board-Games-Night ist eine von mehreren Initiativen zur Kontaktförderung der Studis. Auch an den Tischtennisplatten oder dem Outdoor-Schach am Campus Ledward in Schweinfurt sind schon so einige Kontakte geknüpft worden. Um konkret die Verbindung von internationalen zu nationalen Studierenden zu stärken, bewährt sich auch das Sprachcafé. Shaunak Bhave erzählt davon und von einer weiteren Idee seinerseits: „Das Sprachcafé ist eine der effektivsten Initiativen. Hier treffen sich Menschen verschiedener Länder zum Plaudern und zum Sprachen-Lernen. Dieses einfache Format ist ein Türöffner für tiefere Konversationen.“ Außerdem seien Gruppenarbeiten und gemeinsame Projekte verbindend. Hier könnten die Dozierenden auch dazu ermutigen, die Gruppen zu mischen. „Wenn wir Studierende zusammen auf ein Ziel hinarbeiten und gegenseitige Stärken erkennen, formen sich Beziehungen, die sonst nicht entstanden wären“, sagt Shaunak Bhave.

Das Spektrum der Fakultät wird sich künftig noch breiter fächern: 2026 wird beispielsweise mit Engineering Science ein neuer englischsprachiger Studiengang ins Leben gerufen. Damit geht nicht nur der erste Online-Studiengang der Fakultät an den Start, dieser bringt eine weitere Besonderheit mit sich: Er bildet innerhalb der ersten Semester eine Basis für alle weiteren Ingenieurwissenschaften, weswegen man von dort in einen der Präsenz-Ingenieurstudiengänge wechseln kann.

Ein Artikel von
Emilia Hülswitt